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Z Ü R C H E R K U L T U R
Mittwoch, 31. Januar 2001 / Nr. 25 / Seite 44
Fetische und Tanzmasken - die Baule
phi. Die geschnitzten Masken und Figuren der Baule gelten wenn auch nicht explizit für die Afri- kaner selbst, so doch in unseren Augen als verita- ble Kunstwerke, als Werke einer Hochkultur. Der westafrikanische Stamm in der heutigen Republik Elfenbeinküste bekennt sich jedenfalls selbst aus- drücklich zur Schönheit - ein Begriff, der bei Schnitzereien anderer Regionen Afrikas, wo sich die Schnitzer hauptsächlich um die magische Kraft eines Gegenstands bemühen, oft im Hinter- grund steht. Ob Tanzmaske, Wahrsagerfigur oder persönliche Holzfigur, die den Partner in der anderen Welt repräsentiert, stets sind die Schnit-zereien der Baule mit ästhetischem Gespür und Liebe zum Detail geschaffen.
Nicht umsonst gilt die Baule-Kunst, die zurzeit in der Galerie Walu in Zürich mit rund 200 Exponaten vorgestellt wird, als Inbegriff qualitativ hochstehender afrikanischer Schnitzkunst.
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Die Palette der Exponate reicht von Gebrauchsgegenständen über Tanz- masken bis zu männlichen und weiblichen Figu- ren in stark idealistisch-naturalistischem Stil. Kleine Skulpturen für den persönlichen Gebrauch sind von ästhetischer Feinheit, Figuren wiederum, die wilde Buschgeister verkörpern, zeugen von emotionsgeladenem, kraftvollem Ausdruck, der oft durch eine von Opferverkrustungen verur-sachte Patina unterstrichen wird. Generell strah- len die Skulpturen grosse Harmonie aus, der sym- etrische Aufbau wird aber gerade bei den Baule immer wieder durch gewollte asymmetrische Ver- zierungen durchbrochen.
Die Objekte von teils musealer Qualität, darunter einige publizierte Stücke, stammen aus europäischen Sammlungen und sind in einem zur Ausstellung erschienenen Katalog ausführlich dokumentiert.
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